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KI · Alters- und Pflegeheim · Vertraulichkeit

KI im Alters- und Pflegeheim: die Vertraulichkeit schützen, bevor man Zeit spart

In einem Alters- und Pflegeheim kann KI helfen, bestimmte Inhalte umzuformulieren, zu strukturieren oder vorzubereiten. Der Zeitgewinn darf aber nie vor der Vertraulichkeit der Bewohnerinnen und Bewohner, der Familien und der Fachpersonen stehen.

Lesezeit 6 Min.
Alters- und Pflegeheime
Vertraulichkeit

Checkliste für die Praxis

Enthält der Text einen Namen, ein Alter, ein Datum, ein Stockwerk, eine Diagnose oder eine Familiensituation?

Könnte eine Bewohnerin, ein Bewohner, eine angehörige Person oder eine Mitarbeiterin indirekt erkannt werden?

Ist das verwendete Werkzeug von der Institution geprüft?

Wird der erzeugte Inhalt von einer verantwortlichen Person gegengelesen?

Fehler 1: eine reale Situation in ein nicht geprüftes Werkzeug kopieren

Die Versuchung ist gross: eine Notiz, eine Situation oder einen Entwurf zu kopieren und die KI um eine Umformulierung zu bitten. Im Alters- und Pflegeheim kann diese Handlung heikle Informationen preisgeben, selbst wenn der Text harmlos wirkt.

Die Situation einer Bewohnerin oder eines Bewohners enthält oft gehäufte Details: Alter, Familiengeschichte, Gesundheitszustand, Verhalten, Ort, zeitlicher Ablauf oder Beziehung zu den Angehörigen. Diese Elemente können die Person erkennbar machen.

  • Keine realen Notizen in ein nicht geprüftes Werkzeug kopieren.
  • Situationen wenn möglich in fiktive Beispiele umwandeln.
  • Unnötige Details vor jeder Umformulierung entfernen.

Fehler 2: glauben, dass Anonymisierung immer genügt

Einen Namen zu entfernen genügt nicht immer. In einer Institution können bestimmte Ereignisse, Daten, Orte oder Details aus der Lebensgeschichte es ermöglichen, eine Person zu erkennen.

Die gute Praxis besteht darin, den Detaillierungsgrad zu senken, die Situation zu verallgemeinern und zu prüfen, ob das Beispiel nützlich bleibt, ohne eine reale Person preiszugeben.

  • Direkt und indirekt identifizierende Elemente entfernen.
  • Reale Situationen durch Lehrbeispiele ersetzen.
  • Details vermeiden, die für die Anfrage an die KI nichts beitragen.

Fehler 3: KI als Entscheidungsgrundlage nutzen

KI kann helfen, Überlegungen zu strukturieren, kennt aber weder die Bewohnerin oder den Bewohner noch den institutionellen Rahmen, die Teamentscheide oder die beruflichen Verantwortlichkeiten. Sie darf deshalb nicht zur Entscheidungsgrundlage werden.

Im Alters- und Pflegeheim muss jedes KI-Ergebnis ein Arbeitsmittel bleiben: Es kann eine Formulierung oder einen Aufbau vorschlagen, die Prüfung liegt aber bei den zuständigen Fachpersonen.

  • Die KI nicht anstelle des Teams entscheiden lassen.
  • Inhalte mit dem Wissen aus dem Alltag gegenlesen.
  • Für heikle Dokumente eine menschliche Nachvollziehbarkeit sicherstellen.

Fehler 4: alle Mitarbeitenden improvisieren lassen

Das Risiko steigt, wenn alle KI nach ihrem eigenen Gefühl nutzen. Manche Mitarbeitende sind sehr vorsichtig, andere probieren heiklere Anwendungen aus, ohne die Folgen abzuschätzen.

Ein gemeinsamer Rahmen vermeidet diese Unterschiede. Er muss erlaubte und verbotene Anwendungen, zu prüfende Situationen und die Ansprechperson im Zweifelsfall festlegen.

  • Einfache Beispiele für erlaubte Anwendungen geben.
  • Die Situationen benennen, die eine Prüfung erfordern.
  • Die Kader befähigen, die Fragen der Teams zu beantworten.

Der richtige Reflex: schützen, bevor man optimiert

KI kann Alters- und Pflegeheimen bei bestimmten Inhalten Zeit sparen, aber nur, wenn die Regeln zu Vertraulichkeit, Prüfung und Verantwortung klar festgelegt sind.

Häufige Fragen

Darf ein Alters- und Pflegeheim KI nutzen, um ein Dokument umzuformulieren?

Ja, aber nur, wenn der Inhalt keine besonders schützenswerten Daten enthält oder wenn Werkzeug und Nutzungsrahmen von der Institution geprüft wurden.

Darf man eine anonymisierte Situation einer Bewohnerin oder eines Bewohners verwenden?

Vorsicht ist geboten. Eine anonymisierte Situation kann durch ihren Kontext oder ihre Details manchmal erkennbar bleiben.

Wer soll die KI-Anwendungen im Alters- und Pflegeheim regeln?

Leitungen und Kader sollten den Rahmen setzen, gemeinsam mit den Personen, die für Vertraulichkeit, Qualität, Daten und Berufspraxis zuständig sind.

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