Generative KI · Besonders schützenswerte Daten
Generative KI und besonders schützenswerte Daten: die unverzichtbaren Vorsichtsmassnahmen
Generative KI kann beim Schreiben, Umformulieren oder Strukturieren von Inhalten helfen. In Institutionen des Gesundheits- und Sozialwesens muss sie aber mit Vorsicht eingesetzt werden, sobald ein Text eine begleitete Person, eine Familie oder Mitarbeitende betrifft.
Checkliste für die Praxis
Enthält der Text einen Namen, ein Datum, einen Ort oder ein indirekt identifizierendes Detail?
Lässt sich der Fall in ein fiktives Beispiel umwandeln, ohne an Nutzen zu verlieren?
Wird der erzeugte Inhalt von einer kompetenten Person gegengelesen?
Ist das verwendete Werkzeug im Rahmen der Institution erlaubt?
Festlegen, was besonders schützenswerte Daten sind
Besonders schützenswerte Daten beschränken sich nicht auf den Namen einer Person. In einer Institution können ein Alter, eine Familiensituation, ein Ort, eine Krankheit, ein Ereignis oder eine Kombination von Details manchmal ausreichen, um jemanden zu identifizieren.
Die Weiterbildung muss Fachpersonen deshalb helfen, diese Informationen zu erkennen, noch bevor sie sie in ein Werkzeug kopieren.
- Name, Vorname, Initialen oder ein direkt identifizierendes Element.
- Informationen zu Gesundheit, Begleitung oder sozialer Situation.
- Details, die zusammen eine Identifizierung ermöglichen können.
Die Grenzen der Anonymisierung verstehen
Anonymisieren heisst nicht nur, den Namen zu entfernen. Ein Text kann durch Kontext, Chronologie, Ort oder zu genaue Details erkennbar bleiben.
Bevor sie KI nutzen, müssen die Teams eine Situation vereinfachen, verallgemeinern oder umwandeln können, damit die Arbeit nützlich bleibt, ohne eine reale Person preiszugeben.
- Nicht notwendige Details entfernen.
- Beispiele in fiktive Fälle umwandeln.
- Interne Dokumente nicht per Kopieren und Einfügen übernehmen.
Eine menschliche Prüfung beibehalten
KI kann eine elegante, aber ungenaue, zu kategorische oder für den institutionellen Rahmen unpassende Formulierung vorschlagen. Je heikler das Thema, desto wichtiger ist die menschliche Gegenlektüre.
Die Fachpersonen bleiben für den Inhalt verantwortlich, den sie verwenden, verbreiten oder in ein Dokument übernehmen.
- Fakten, Formulierungen und Nuancen gegenlesen.
- Prüfen, ob der Inhalt den institutionellen Rahmen respektiert.
- Nie einen beruflichen Entscheid an die KI delegieren.
Verständliche interne Regeln schreiben
Eine Institution gewinnt, wenn sie einige kurze Regeln festhält: was verboten ist, was ausprobiert werden darf, was geprüft werden muss und an wen man sich im Zweifel wendet.
Diese Regeln brauchen Beispiele. So kommen die Teams von einer allgemeinen Vorgabe zu einer wirklich sicheren Praxis.
- Eine Liste erlaubter und verbotener Anwendungen erstellen.
- Beispiele aus den Berufen der Institution vorsehen.
- Die Regeln aktualisieren, wenn sich die Werkzeuge weiterentwickeln.
Der richtige Rahmen erlaubt den Einsatz von KI ohne Improvisation
Besonders schützenswerte Daten zu schützen heisst nicht, auf KI zu verzichten. Es heisst, klare Grenzen zu setzen, damit nützliche Anwendungen mit der Verantwortung der Institution vereinbar bleiben.
Häufige Fragen
Darf man KI nutzen, um ein internes Dokument umzuformulieren?
Nur wenn der Inhalt keine besonders schützenswerten Daten enthält oder wenn Werkzeug und Nutzungsrahmen von der Institution geprüft wurden.
Genügt Anonymisierung immer?
Nein. Sie kann das Risiko senken, muss aber mit Vorsicht verstanden werden, weil manche Details identifizierend bleiben können.
Wer soll die KI-Regeln festlegen?
Leitungen und Kader sollten einen institutionellen Rahmen setzen, idealerweise gemeinsam mit den Verantwortlichen für Vertraulichkeit, Daten und Berufspraxis.



